Konzerte und Proben: Wie kann man als Musiker seine Ohren schützen?

Auch wenn Musik die Sitten mildert, ist sie langfristig nicht ohne Risiko für das Gehör und die Hörgesundheit. Laut einer Studie des Arbeitsministeriums aus dem Jahr 2022 leiden in Frankreich fast 50 % der Beschäftigten in der Musik- und Unterhaltungsbranche an Hörbeeinträchtigungen. Und natürlich sind Musiker, egal ob Solisten oder Orchestermusiker, von diesen Risiken am stärksten betroffen. Möchten Sie als Musiker Ihr Hörvermögen bestmöglich erhalten? Keine Sorge: Es gibt bewährte Tipps, wie Sie Ihr Gehör im Alltag schützen können!

Newzik gibt einen Überblick über die Risiken, die mit Lärmbelastung verbunden sind, und über Methoden zum Schutz Ihrer Ohren. Hier finden Sie alle unsere praktischen Tipps, wie Sie Ihr Gehör schützen und gleichzeitig hochwertigen Klang genießen können – sowohl bei den Proben als auch auf der Bühne.

Welche Gefahren birgt der Schall für das Gehör des Musikers?

Ein langfristiger Hörverlust

Es ist kein Geheimnis: Eine längere Einwirkung von lauten Klängen oder Lärm kann zu einem irreversiblen Hörverlust führen. Dieses Phänomen betrifft insbesondere Musiker aller Musikrichtungen, die regelmäßig Klängen von über 85 Dezibel (dB) ausgesetzt sind. Während das tägliche Hören von Musik bei geringer Lautstärke kein großes Risiko darstellt, führt eine übermäßige Belastung durch laute Geräusche zu Gedächtnisstörungen und erhöhter Ermüdung. Kurz gesagt: Auswirkungen, die für einen professionellen Musiker bei Proben oder auf Tournee mit seinem Orchester durchaus einschränkend sein können.

Das Auftreten von Tinnitus und anderen Hörstörungen

Lärm, dem man täglich in sehr hoher Lautstärke ausgesetzt ist, kann unangenehmes Ohrensausen oder Pfeifen verursachen. Dies wird im Volksmund gemeinhin als „Tinnitus“ bezeichnet. Diese oft irreversiblen Beschwerden können chronisch werden und den Musiker bei der Ausübung seines Berufs beeinträchtigen. Auch andere Störungen können für Musiker störend sein. Die wiederholte Belastung durch tiefe oder hohe Töne kann das Ohr nämlich für bestimmte Frequenzen empfindlicher machen, was die musikalische Darbietung beeinträchtigt. All dies sind Gründe, Musiker davon zu überzeugen, auf ihr wertvolles Gehör zu achten!

„Hörstörungen stehen auch in engem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit. Es gibt Fälle von Künstlern, die die Warnsignale nicht ernst genommen haben und dadurch irreversible Hörschäden davongetragen haben, die sie zu einer beruflichen Neuorientierung gezwungen haben.“

Marion GOUGEAT, Kommunikationsleiterin bei Agi-Son, einer Informationsplattform zum Thema Lärmschutz.

Warum ist es wichtig, als Musiker die Ohren gut vor Lärm zu schützen?

Das ist Ihnen sicher bekannt: Das Gehör ist das wichtigste Arbeitsinstrument eines Musikers. Sich vor schädlichen Lärmbelastungen zu schützen, sollte daher der erste Reflex sein, wenn man regelmäßig probt oder Musik macht.

Neben den Geräuschen von außen sind Musiker an sieben Tagen in der Woche Lärm ausgesetzt, und zwar in verschiedenen Situationen:

  • das wiederholte Hören über Kopfhörer,

  • Proben als Solist oder in der Gruppe in geschlossenen Räumen und mit verstärkter Tonwiedergabe,

  • die Soundchecks vor einem Konzert,

  • das Spielen eines oder mehrerer Instrumente auf der Bühne, wo die Schallpegel häufig 100 dB überschreiten.

Sich um seine Ohren zu kümmern bedeutet, die Fähigkeit zum Musizieren zu bewahren: die Grundlage für jeden Musiker!

„Das Thema Gehörschutz ist heute angesichts unserer sehr lauten Alltagsgeräuschkulisse aktueller denn je. Seit 2018 schreibt ein Erlass zudem vor, dass in Konzertsälen für verstärkte Musik sowohl dem Publikum als auch den Künstlern Ohrstöpsel aus Schaumstoff zur Verfügung gestellt werden müssen.“

Marion GOUGEAT

 
 

3 Tipps zum Schutz Ihres Gehörs im Alltag

1. Während der Lärmbelastung regelmäßig Pausen einlegen

Die Dauer der Lärmbelastung ist entscheidend für unsere Hörgesundheit. Es ist daher einfach sinnvoll, Pausen einzulegen, um die Auswirkungen von Lärm (selbst bei geringer Lautstärke) auf die Ohren zu mildern.

💡 Während einer Konzerttournee oder bei langen Proben kann eine fünfminütige Pause pro Stunde das Risiko einer Hörermüdung bei Musikern deutlich verringern.

2. Die tägliche Lärmbelastung begrenzen

Neben der Dauer spielt auch die Lautstärke von Geräuschen und Klängen eine wichtige Rolle für den Gehörschutz. Wenn ein Musiker gemeinsam mit seiner Band probt, wird die Lautstärke der in einem Raum übertragenen Klänge verstärkt. Und ja: Zusätzlich zu seinem Instrument hört er die Klänge der anderen, die ihre Schallwellen gleichzeitig aussenden.

💡 Unser Tipp: Überschreiten Sie innerhalb eines Zeitraums von 8 Stunden nicht eine Lautstärke von 85 dB (das entspricht einer moderaten Lautstärke während einer Probe). Um eine Probe sicher zu verlängern, können Musiker die Lautstärke ihrer Instrumente auf ein relativ niedriges Niveau einstellen. Es kann auch sinnvoll sein, die Anzahl der gleichzeitig abgespielten Instrumente zu begrenzen, um den Verstärkungsgrad des Klangs zu reduzieren.

 

📢 Möchten Sie die Lautstärke eines Musikstücks verringern oder ein Instrument heraushören, wenn Sie sich eine Partitur bei der Probe anhören? In der Newzik-App ein Mixer , mit dem du Dateien abspielen, bestimmte Spuren isolieren und deren Lautstärke einstellen kannst. Du kannst eine Spur auch stummschalten oder auf Solo schalten!

 

3. Verwenden Sie Ohrstöpsel, um die Lautstärke zu dämpfen

Auch wenn sie die Lautstärke nur um einige dB reduzieren, tragen Ohrstöpsel dennoch dazu bei, das Risiko für unser Gehör zu verringern.

Je nach Situation und Bedarf gibt es verschiedene Arten von Ohrstöpseln:

  • Einweg-Ohrstöpsel aus Schaumstoff: Diese in der Apotheke erhältlichen und preiswerten Ohrstöpsel werden in den Gehörgang eingeführt und dehnen sich dort aus, um sich der Form des Ohrs anzupassen. Sie dämpfen den Schall um 20 bis 30 dB.

⚠️ Achtung: Diese Ohrstöpsel sind für Musiker, die eine präzise Klangwiedergabe benötigen, eher ungeeignet. Sie können jedoch als vorübergehende Lösung für kurze Proben dienen!

  • Universelle Ohrstöpsel mit Akustikfiltern: Diese vorgeformten und wiederverwendbaren Ohrstöpsel verfügen über einen Akustikfilter, der die Lautstärke reduziert, ohne die Klangqualität zu beeinträchtigen. Die Dämpfung liegt je nach Modell zwischen 10 und 25 dB. Sie sind eine gute Lösung für Hobby-Musikliebhaber.

  • Maßgefertigte Ohrstöpsel: Diese Ohrschützer werden anhand eines präzisen Abdrucks des Gehörgangs angefertigt, bestehen aus Silikon oder weichem Acryl und sind mit austauschbaren Filtern ausgestattet. Der Vorteil? Diese Ohrstöpsel lassen sich je nach Bedarf anpassen (mit Filtern von 10 bis 30 dB). Auch wenn sie teurer sind, stellen sie eine gute Investition für professionelle Musiker dar, die starkem Lärm ausgesetzt sind.

„Unsere Aufgabe ist es, Gehörschutz mit Geräten zugänglich zu machen, die wir als zuverlässig erachten. Wir bieten Termine zur Anpassung an, die gleichzeitig als Beratungsgespräche dienen. Unsere fachkundigen Mitarbeiter befragen die Musiker zu ihren Gewohnheiten und fragen, ob sie den Gehörschutz eher auf der Bühne oder bei Proben tragen. Je nach Bedarf schlagen sie ihnen den passenden akustischen Filter vor, der das vom Musiker gespielte Stück optimal wiedergibt.“

Marion GOUGEAT

 
 

Unsere Tipps, wie man bei Konzerten die Ohren schont, ohne Abstriche bei der Klangqualität zu machen

Das In-Ear-Monitoring auf der Bühne einstellen

Wenn ein Musiker auf der Bühne zusammen mit seiner Band oder seinem Orchester auftritt, wird ihm in der Regel ein Monitor-System zur Verfügung gestellt, damit er sein eigenes Instrument hören kann, ohne durch Außengeräusche gestört zu werden. Diese Art von Schutz ist besonders bei Konzerteneines Sinfonieorchesters nützlich, bei denen die Lautstärke sehr hoch ist. Durch die Einstellung des Monitorings lassen sich die Lautstärken auf der Bühne begrenzen, während man gleichzeitig von einem klaren und präzisen Klang profitiert.

Die Lautstärken während des Soundchecks einstellen

Der Soundcheck (Tonabstimmung vor dem Konzert) ist unerlässlich, um eine Übersteuerung zu vermeiden:

  • Beginnen Sie mit geringer Lautstärke: Bitten Sie bei den ersten Proben jeden Musiker, seine Lautstärke auf ein moderates Niveau (zwischen 70 und 85 dB) einzustellen. Bei Bedarf können Sie die Lautstärkeschrittweise erhöhen.

  • Achten Sie auf einen ausgewogenen Mix: Wenn Ihr Instrument beispielsweise die Gesangsstimme oder die Keyboards überdeckt, passen Sie die Frequenzen so an, dass sich jedes Instrument klar abhebt, ohne dass Sie die Lautstärke erhöhen müssen.

  • Verwenden Sie ein Schallpegelmessgerät: Damit können Sie überprüfen, ob der Schallpegel unter dem empfohlenen Grenzwert bleibt (85 bis 100 dB, je nach Kontext). Platzieren Sie es an verschiedenen Stellen der Bühne, um Schwankungen im Schallpegel zu beurteilen.

💡 Achten Sie darauf, unnötige Proben zu vermeiden: Je kürzer und effizienter die Probe ist, desto weniger werden Ihre Ohren beansprucht. Nutzen Sie die restliche Zeit für Online-Proben! Dank Newzik können Sie gemeinsam mit Ihrer Band oder Ihrem Orchester von zu Hause aus proben.

 

🎼 Suchen Sie nach einem intuitiven Tool, mit dem Sie Ihre Kompositionen aufnehmen, mit Anmerkungen versehen und mit Ihren Noten interagieren können, während Sie gleichzeitig deren Lautstärke einstellen? Musiker, dieNewzik-App ist genau das Richtige für euch!

 
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